Bild 1

An vielen Schulen ist Unterricht am Computer oder sogar am Tablet schon Standard. Leider stehen oftmals aber zu wenige Geräte für zu viele Kinder zur Verfügung.

Obwohl Deutschland ein hochtechnisiertes Land ist, werden Computer im Unterricht an deutschen Grundschulen immer noch vergleichsweise selten gebraucht. Viele Lehrer, die den digitalen Medien skeptisch gegenüberstehen, sehen daher auch keinen Grund, diesen Umstand zu ändern. Da selbst Länder wie Thailand oder Chile bereits 2014 häufiger mit Computern an Schulen arbeiteten und computerbezogenen Kompetenzen immer wichtiger werden, geht der Trend eher in eine andere Richtung: Bereits im frühen Alter sollen Kinder lernen, richtig mit dem Computer umzugehen.

Da für mehrere Kinder an vielen Schulen allerdings immer noch nur ein Computer zur Verfügung steht und nicht jeder Lehrer Zeit hat, alle Kinder angemessen in den Umgang einzuweisen, können Eltern eine gewisse Vorarbeit leisten. Diese bezieht sich zwar einerseits auf das Erlernen der wichtigsten Befehle mit Maus und Tastatur, vor allem aber auch auf den bewussten Umgang mit dem Medium.

Der Computer: Gefahr oder Chance für Kinder und Eltern?

Die Technikphobie vieler Eltern

Weit verbreitet ist gerade in Deutschland eine gewisse Angst der Eltern, ihren Nachwuchs zu früh mit digitalen Medien zu konfrontieren. Die Vorurteile sind groß: Wenn das Kind zu früh am Computer sitzt, ein Tablet oder Handy zur Hand nimmt, verdummt es. Denn dann liest es ja nichts mehr, sondern beschäftigt sich ausschließlich mit primitiven Spielen oder konsumiert Videos. Außerdem geht es dann weniger ins Freie, treibt keinen Sport mehr und wird im schlimmsten Fall nicht nur dick, sondern vielleicht auch krank und depressiv. Und das, was vor allem im Internet konsumiert wird, ist größtenteils schädlich: Von pornografischem Material über brutale Gewaltvideos, auf alles hat das Kind Zugriff.

Zugegeben, ganz so drastisch denken wohl die wenigsten Eltern, doch unterbewusst schwingt eine ähnliche Angst oftmals mit. Kindern wird infolgedessen erst ab einem bestimmten Alter der Zugang zum Computer oder Tablet erlaubt. Einige Experten und Medienwissenschaftler, wie etwa auch Prof. Dr. Jochen Koubek, Fachmann für Computerspiele und digitale Medien, halten diese Einstellung für problematisch“.

Nicht nur kennen sie die Fakten wie etwa, dass die Gewalt in Videospielen tendenziell zwar zunimmt, die Kriminalität und Gewalt unter Jugendlichen gleichzeitig aber abnimmt, vielmehr verstehen sie den Drang vieler Kinder, sich mit digitalen Medien auseinanderzusetzen als etwas ganz Natürliches.

Natürliche Neugier nicht ausbremsen

So ist auch Koubek der Meinung, Kinder sollte dann der Zugriff zu Tablet & Co. gestattet werden, wenn diese ein Interesse an den jeweiligen Medien zeigen. Tablets, Computer und Handys sind interaktive Medien, weshalb der Spieltrieb von Kindern ganz automatisch dazu führt, dass es etwa ein Tablet, wie ein Magnet auf Kinder wirkt. Diese Anziehung sollte nicht künstlich unterbrochen werden.

Denn schließlich ist die Welt, in der die Linder heutzutage aufwachsen, auch keine rein natürliche mehr. Sie wachsen in jedem gewöhnlichen Haushalt mit diversen technischen Geräten auf. Warum also sollte der Kontakt mit diesen Geräten verhindert werden, wenn Eltern Kinder auch einfach an die Technik heranführen und sie ihnen erklären können?

Gemeinsam entdecken und Vorbild sein

In vielen Ländern ist der Computerunterricht an Schulen bereits etwas ganz Gewöhnliches. Jedem Kind steht dann während der Lehreinheiten ein eigener Computer zur Verfügung, um daran zu arbeiten. In Deutschland hinken Schulen hinterher: Oftmals müssen mehrere Kinder vor einem Bildschirm sitzen und haben gar nicht die Möglichkeit, sich intensiv mit der Technik und mit dem richtigen Umgang auseinanderzusetzen. Die Cornelsen-Trendstudie zur „Medienausstattung an Schulen in Deutschland“ zeigt, wie es hier an unseren Bildungsinstituten aussieht.

Die wenigen vorhandenen Lehrkräfte haben nicht die Zeit, Fragen einzelner Kinder zu beantworten, die mehr Wissen wollen, als „Wie öffnet man eine Datei?“. Nicht selten kommt dann auch noch die deutsche Bewahrpädagogik hinzu, die eher warnen und schützen, als konstruktiv begleiten möchte. Wenn Kinder von Anfang an aber vor allem mit Gefahren des Internets, wie „Sucht“, „Realitätsverlust“, „Cybermobbing“ und Ähnlichem konfrontiert werden, ist es nicht verwunderlich, dass viele von ihnen den digitalen Medien mit Ängsten begegnen, anstatt sich selbständig und neugierig in ihnen zu entfalten.

Damit der Computerunterricht an Schulen dennoch in irgendeiner Weise positiv fruchten kann, liegt es momentan noch an den Eltern, Kinder zuhause auf diesen Unterricht vorzubereiten. Die digitalen Medien sind gemeinsam zu entdecken, wobei Eltern den Kindern Freiheiten im Umgang und beim Ausprobieren lassen sollten, ihnen allerdings beratend und unterstützend zur Seite stehen oder dabei neben ihnen sitzen.

Da der präfrontale Cortex im Hirn, der dafür sorgt, momentanes Verlangen reflektiert zu unterdrücken, erst mit 22 Jahren vollständig ausgebildet ist, sollten Eltern auch diesen Part übernehmen: Sind Eltern der Meinung, die Kinder haben nun lange genug vor dem PC oder Tablet verbracht, sollten sie die Medienzeit dann auch beenden.

Damit Regeln wie diese Medienzeit in gegenseitigem Einverständnis herrschen, sollten sie auf Basis einer vertrauensvollen Beziehung besprochen und ausgemacht werden. Wirklich funktionieren kann das allerdings nur, wenn Eltern sich einerseits mit den von den Kindern genutzten Medien selbst einigermaßen gut auskennen und wenn sie andererseits ein gutes Vorbild für die Kinder sind und selbst Medienzeiten einhalten.

Bild 2

Gemeinsam mit den Kindern die digitalen Medien zu entdecken ist wichtig.

Sitzen Eltern dagegen selbst bis nachts vor dem TV oder dem Computerbildschirm, ist die Gefahr groß, dass Kinder das Verhalten einfach adaptieren. Somit sollte sich die ganze Familie für einen gesunden Umgang der Kinder mit den Medien stark machen und gemeinsam daran arbeiten.

Den Computer sinnvoll nutzen lernen

Beim gemeinsamen Erkunden des Computers beispielsweise und bei der Vorbereitung auf den Unterricht in der Schule geht es vor allem darum, dass Kinder lernen, den Computer sinnvoll zu nutzen. Sinnvoll bedeutet, dass zwar durchaus auch Videospiele gespielt werden dürfen, Kinder vor allem aber auch den richtigen Umgang mit dem Computer als Werkzeug sowie den Informationen, die dieses Werkzeug liefert, lernen sollten.

Manche Medienexperten sind sogar der Meinung, dass das Programmieren an Schulen unterrichtet werden sollte. Wo die technischen Neuerungen während der Industrialisierung schließlich zur Einführung des naturwissenschaftlichen Unterrichts an Schulen führten, müsse im Informationszeitalter, in welchem die meisten Produktionsabläufe nur noch durch eine bestimmte Kombination von Symbolen gesteuert werden, Informatik eventuell als genauso oder ähnlich relevant betrachtet werden.

Zwar lehren Schulen die Bedienfertigkeiten für zum Beispiel den Internetbrowser, zeigen Kindern, wie sie eine Präsentation erstellen und eventuell bei Facebook die Privatsphäre-Einstellungen richtig vornehmen, die Gestaltung dieser Systeme allerdings bleibt oftmals links liegen; Kinder lernen lediglich, in ihnen zu überleben.

Haben Eltern nicht die Kompetenzen oder die Lust, sich diese anzueignen, die zum privaten ersten Informatikunterricht nötig sind oder sehen sie diese Verantwortung doch eher im Bereich der öffentlichen Schulbildung, sollten sie Kindern dennoch vermitteln können, dass digitale Kompetenzen eventuell eine Grundlage sozialen und wirtschaftlichen Handelns in der Zukunft sein könnten. Das bedeutet auch, dass Kinder lernen müssen, mit allem was sie beispielsweise im Netz tun und lassen, was sie dort lesen und erfahren, reflektiert umzugehen.

Die Informationen, die das Internet und die digitalen Medien im Allgemeinen bereithalten, sollten Kinder als Rohmaterial und nicht etwas als gegebene Wahrheiten begreifen. Eltern sollten dabei helfen können, die Informationen eigenständig und mit einer eigenen Sichtweise zu verarbeiten. Kindern gelingt das in der Regel am besten durch Zeichnen, Sprechen, Nachlesen, Ausdrucken und Beschriften. Hierbei gilt es auszusortieren: Welche Medieninhalte sind wie wertvoll und was wird eigentlich vermittelt?

Bild 3

Kinder sollten lernen, selbst auf ihre Medienzeit zu achten und diese ohne Aufforderung durch die Eltern einzuhalten.

Auf speziellen Lernplattformen haben Kinder daher oftmals bessere Möglichkeiten, sich sinnvolles Wissen anzueignen. Verschiedene Siegel beispielsweise geben Aufschluss darüber, ob eine Website kindgerecht ist, wenig oder bestenfalls keinerlei Werbung enthält und so weiter. Diese Siegel bieten also unter anderem einen ersten Anhaltspunkt für qualitativ hochwertige Informationsquellen.

Medienzeiten und Pausen

Zeiten nach Alter

Genauso wichtig wie es ist, Kindern den Zugang zu Medien zu erlauben und diese gemeinsam mit ihnen zu entdecken, ist es auch, Regeln abzumachen und vor allem, die Medienzeit zu beschränken. Denn zu viel ist natürlich auch hier nicht gut. Am besten ist es, sich mit den Kindern gemeinsam zusammenzusetzen und die Zeiten mit den Kleinen auszuhandeln. Denn dann haben diese nicht das Gefühl, die Regeln von den Eltern diktiert zu bekommen und nicht mitreden zu dürfen.

Eltern sollten dabei natürlich nicht einfach den Wünschen der Kinder nachgeben, sondern gewisse Orientierungswerte im Kopf behalten. Der Medienpädagoge und Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Norbert Neuss, der den Studiengang "Bildung und Förderung in der Kindheit" der Universität Gießen leitet und selbst Vater von zwei Kindern ist, rät zu folgenden Zeiten:

  • Kinder von 4 bis 6 Jahren: 20 bis 30 Minuten am Tag
  • Kinder von 7 bis 10 Jahren: 30 bis 45 Minuten am Tag
  • Kinder von 11 bis 13 Jahren: etwa 60 Minuten am Tag

Mit Kindern ab 14 Jahren schließlich könne das „Bewusstsein für die medialen Aktivitäten durch ein gemeinsam verabredetes Medienbudget pro Woche geschärft werden“, so Neuss. Wichtig dabei sei auch, dass im Falle von Einschränkungen kreative Handlungsalternativen geboten werden. Ansonsten verstünden viele Kinder vielleicht nicht, warum sie ihre Freizeit jetzt nicht einfach mit Medienkonsum füllen dürften.

Abstand vom Computer gewinnen

Intuitiv gehen die meisten Menschen davon aus, dass Lernen vor allem stattfindet, wenn aktiv gewisse Informationen aufgenommen und vom Hirn verarbeitet werden. Im Falle der Computernutzung wäre dies dann beispielsweise die Medienzeit, weshalb Eltern mitunter zum Fazit kommen könnten „Solange mein Kind mit Lernprogrammen beschäftigt ist, kann es durchaus auch einige Stunden vor dem Gerät verbringen“.

Die Forschung allerdings kommt immer mehr zu der Erkenntnis und Überzeugung, dass vor allem die Zeit nach dem Lernen entscheidend für die Aufnahme von Unterrichtsstoff ist. Dies trifft eben auch auf Computer, Handy, TV und Co. zu, die nach dem Lernen erst einmal eine Zeit lang ausgeschaltet bleiben sollten. Wichtig ist es, Kindern beizubringen, dass zu viel Computernutzung eine gewisse Beeinträchtigung von Körper und Psyche auch im negativen Sinn bewirken kann. Zwar nehmen Kinder das wohl selten bewusst wahr, die Folgen etwa einer ungesunden Körperhaltung sollte man ihnen aber klarmachen.

Um bewusst Abstand von den Geräten zu gewinnen, kann es helfen, das Gehirn und den Körper gezielt zu entspannen und Pausen einzulegen. Schon Kinder können beispielsweise durch gezieltes Augentraining verhindern, dass die Augen durch zu langes Lesen und Lernen am Bildschirm gereizt und zu trocken werden.

Auch Meditationsübungen und Phantasiereisen bieten sich als Entspannungstechniken bereits für kleinere Kinder an. Hier gibt es verschiedene Übungen zur Augenentspannung, um die Belastungen am Bildschirm zu minimieren. Nicht nur gezieltes Augentraining auch kleine Bewegungseinheiten zur Entspannung des Nackens sollten zusammen einstudiert werden. So kann den Kindern vermittelt werden, welche Auswirkungen der Medienkonsum mit sich bringt und wie damit umgegangen werden kann, um die Gesundheit zu schützen.

Gerade durch eine spielerische Ausrichtung der Übungen, macht es den Kindern Spaß und sie begreifen deren Relevanz im Zusammenhang mit digitaler Mediennutzung ganz automatisch und entwickeln bestenfalls ein gesundes Nutzverhalten ganz von alleine.

Schutz im Internet

Die meisten Erwachsenen sind heutzutage in der Lage, einen Computer zu bedienen. Befehle mit Maus und Tastatur zu erteilen, Word-Dateien oder Excel-Tabellen zu erstellen oder eine Präsentation vorzubereiten gehören nicht nur zum Arbeitsalltag vieler Angestellter, sondern auch zur Freizeit. Es sollte den meisten Eltern also auch nicht schwerfallen, Kindern die ersten einfachen Schritte am Computer zu erklären, die diese dann in der Schule sofort wieder umsetzen können.

Bild 4

Das Internet bietet unzählige Möglichkeiten, birgt natürlich aber auch Gefahren, vor denen Kinder zu schützen sind.

Tablet und Smartphone sind aufgrund ihrer Touch-Oberfläche meist sogar noch intuitiver zugänglich und werden schon früher entdeckt. Der spätere Einstieg am Computer sollte den Kindern also auch nicht mehr allzu schwerfallen, da das Prinzip der Ordner, Dateien, Programme und Dokumente letztlich gleich oder sehr ähnlich bleibt. Die größte Schwierigkeit stellt für Kinder demnach nicht die richtige Bedienung der technischen Geräte dar, sondern, wie aus den vorigen Abschnitten ebenfalls deutlich geworden sein sollte, der sinnvolle Umgang mit ihnen.

Besonders die virtuellen Welten des Internets, die inzwischen beinahe grenzenlos scheinen und wohl den Dreh- und Angelpunkt der üblichen Computernutzung darstellen, bieten einige Gefahren und Probleme, vor denen vor allem Kinder geschützt sein sollten. Um nicht den gleichen Fehler wie die Technophobiker zu begehen und das Internet generell zu verbieten, sind Eltern dazu aufgerufen, Kinder auch hier an die Hand zu nehmen und ihnen eine Einweisung und Erklärung zu diversen Abläufen im Web zu geben. Denn laut einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (KIM-Studie) haben ganze 97 Prozent aller Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren in Deutschland die Möglichkeit, zuhause das Internet zu nutzen. Und 65 Prozent dieser Kinder wiederum sind mindestens ein Mal in der Woche online. Nach eigenen Angaben sind elf Prozent dieser Kinder bei der Internetnutzung schon einmal mit ungeeigneten Inhalten in Berührung gekommen, vier Prozent davon gaben an, dass die Inhalte ihnen Angst machten.

Generell sehen Kinder und Jugendliche das Internet zunächst eher als Raum voller Möglichkeiten und weniger als Problem. Das ist im Grunde ja auch richtig so, führt allerdings dazu, dass sie von sich aus nur Weniges infrage stellen. Sie können schlecht einschätzen, welche Gefahren regelmäßig im Internet auftreten, gerade wenn es um Datensicherheit, Kostenfallen oder versteckte Werbung geht.

Da an Schulen zwar viele pornografische und gewalthaltige Seiten gesperrt sind und Kinder darauf keinen Zugriff haben, sie oftmals über Umwege dennoch solche Websites erreichen könnten, sei es zu Hause am PC der Eltern, der nicht ausreichend kindersicher gemacht wurde oder über das Smartphone eines Freundes, gilt es, auch hier mit den Kindern zu sprechen, sie zu informieren und mit ihnen offen zu sein. Außerdem können technische Hilfsmittel, wie die Aktivierung von Sicherheitseinstellungen sowie die Installation diverser Jugendschutzprogramme eine aktive Medienerziehung unterstützen.

Abzocken per Mail & Co.

Kinder glauben in der Regel, dass die meisten Dienste im Web kostenlos zur Verfügung stehen. Ist das Ganze dann auch noch in ansprechender Form, etwa als Gewinnspiel verpackt, klicken sie oftmals ohne länger nachzudenken und tappen in die Abzockfalle. Immer häufiger findet diese zum Beispiel per Mail statt, in denen geschickt gestaltete Texte und Bilder auch ältere Internetnutzer hinters Licht führen und auf perfide Art und Weise Daten oder bares Geld „stehlen“.

Damit Kinder nicht auf diese Tricks reinfallen, müssen Eltern sie zunächst über die Betrügereien aufklären. Ein gemeinsamer Blick auf Mails dieser Art und eine Erklärung, wie die Abzocke funktioniert, ist der erste Schritt. Verbraucherzentralen informieren im Übrigen auch Eltern, die nicht genau wissen, wie man damit umgehen soll und zeigen, wie man sich wirkungsvoll schützen kann oder welche Möglichkeiten es gibt, wenn man bereits in die „Abzockfalle“ getappt ist.

Auch die Sensibilisierung der Kinder für den Umgang mit persönlichen Daten im Internet gehört zur Vorbereitung auf die Computernutzung, die alle Eltern vornehmen sollten. Je weniger oft Kinder ihren Namen, ihre Telefon- und Mobilfunknummer, ihre Adresse, das Geburtsdatum, aber auch Videos, Bilder, Passwörter sowie Daten in sozialen Netzwerken oder bei Messenger-Anbietern angeben, desto besser. Denn nicht nur können diese unbedacht weitergegebenen Daten zu Werbezwecken weitergegeben werden, sie können Fremden auch zur ungewollten Kontaktaufnahme dienen.

Chats und Messenger

Diese erfolgt meistens über Chatprogramme und Messengersysteme im Internet. Teilweise tauschen sich schon Grundschulkinder über Kinderchatprogramme aus und wissen dabei natürlich nicht immer, wer ihnen da eigentlich Nachrichten zurückschickt. Natürlich muss nicht vom Schlimmsten ausgegangen werden, eine Vorbereitung auf die Chatprogramme ist allerdings wichtig.

Grundsätzlich ist es wichtig und richtig, Kindern die Möglichkeit zu geben, sich durch Echtzeitchats auszutauschen. Schließlich ist dies die moderne Variante des Briefes; vielleicht ein wenig unromantischer, dafür unmittelbarer und mitunter sogar emotionaler. Genauso wichtig ist es, lediglich eigens für Kinder geprüfte Chats zugänglich zu machen. Die drei Grundregeln, an die jedes Kind sich beim Chatten auch in diesen Chatrooms halten sollte, sind:

  1. Merkwürdig erscheinende Kontakte sofort abbrechen und nicht auf irgendwelche verlockenden Angebote, welcher Art auch immer, eingehen.
  2. Beim Chatten sollte die Webkamera immer ausgeschaltet sein, außer es handelt sich ganz eindeutig um einen Freund, mit dem man skypen möchte oder Ähnliches.

Bild 5

Bereits Grundschulkinder haben heute oftmals schon ein eigenes Smartphone und sollten deshalb durch Vorsichtsmaßnahmen der Eltern ausreichend geschützt werden.

Persönliche Daten sollten für andere Chatteilnehmer niemals einsehbar sein, vor allem nicht die Adresse und die Telefonnummer.

Mobil sicher surfen

Wie bereits erwähnt, sind die ersten technischen Geräte vieler Kinder heute eher Smartphone und Tablet, als Computer. Auch diese sollten also kindersicher eingerichtet und von den Eltern vorab genau überprüft werden. Folgende Punkte sind dabei zu beachten:

  • Die geräteeigenen Sicherheitseinstellungen sollten aktiviert werden.
  • Zahlungsinformationen sollten nirgends hinterlegt sein.
  • Für vor allem jüngere Kinder sollten eine Jugendschutz-App und eventuell ein Kinderschutzbrowser installiert werden.
  • Geräteabhängig sollte einem Kind eventuell ein eigenes Benutzerkonto eingerichtet werden.
  • Fast alle Betriebssysteme bieten die Möglichkeit einzustellen, dass Apps nur nach Eingabe eines Passworts heruntergeladen werden können. Diese Einstellung sollte in jedem Fall erfolgen.
  • In der Regel funktionieren wirklich gute Apps für Kinder auch im Offline-Modus. Alle Funktionen, die nicht benötigt werden, sollten zusätzlich deaktiviert werden. So lässt sich vermeiden, dass Kinder über Werbelinks aus der App gelockt werden.

Abbildung 1: fotolia.de © contrastwerkstatt (#90046937)

Abbildung 2: fotolia.de © nadezhda1906 (#172329835)

Abbildung 3: fotolia.de © sementsova321 (#145331120)

Abbildung 4: fotolia.de © Anatoly Tiplyashin (#178821837)

Abbildung 5: fotolia.de © Syda Productions (#119361714)



Anzeige